TV Rack

Design TV Rack selbstgebaut

Das fertige Möbelstück

Wir kommen zur Vorstellung meines selbst- konzipierten und gebauten TV Racks. Die grobe Vorstellung über das Aussehen war schnell gefasst, jedoch machte genau das die Umsetzung schwierig. Geplant war eine breitwandige Front und abgerundete Ecken. Die runden Ecken waren hier die größte Herausforderung. Eine wirklich einfache Lösung, oder Hilfe konnte ich hierzu nicht finden. Insgesamt wurde ein sehr anspruchsvolles und zugleich lohnenswertes Projekt daraus.

 

Die Basis für das Rack sollte ein 40mm hoher Sockel sein. Das Prinzip hierfür sollten die Bilder ersichtlich machen. Es sollte jedoch an der Vorderseite eine Schattenfuge erzeugt werden, also der Unterbau vorne um ein paar Millimeter nach hinten versetzt sein. Das sieht optisch schöner aus und man muss sich um die Fuge keine sorgen machen.
Der Anspruchsvollste Teil bestand nun darin die Rundungen zu erstellen. Mein Ansatz bestand darin diese mit Formteilen zu konstruieren und dann mit einer 4mm starken MDF Platte zu überspannen. So entstanden auch gleich die zweiwandigen Seitenwände, die zum einen die Formteile halten konnten und zum anderen die Grundlage für die breitere Front gaben. So waren alle nötigen Bestandteile in der Theorie abgehakt. Die acht benötigten Formteile in der Praxis umzusetzen war aber immer noch eine Herausforderung. Meine Lösung hierfür war Quadrate von 100x100mm als Grundlage zu nehmen, um daraus die Teile herzustellen. Die Ausschnitte für Seitenteile und Deckplatte sind mit der Kreissäge erstellt. Hierfür wurde die Säge mit Abfallstücken Schrittweise für den jeweiligen Schnitt an die Plattenstärke angepasst. Nur so ist eine 100%ige Passgenauigkeit gewährleistet. Außerdem sollte jeder Schnitt für alle Teile hintereinander mit der gleichen Einstellung durchgeführt werden. Das erspart erneutes Einstellen und sorgt für nahezu identische Schnitte an jedem Teil. Die Außenrundung wird grob mit der Stichsäge ausgeschnitten. Für den gewünschten Radius wird dann ein Loch gebohrt. Hierfür am besten alle Teile zusammenzwingen und gemeinsam durchbohren. Gerade hier fängt man sich sonst leicht größere Ungenauigkeiten ein. Durch das gebohrte Loch wird ein Bohrer gesteckt der uns als Drehachse dient (Mit etwas Klebeband umwickelt fällt er nicht durch.). Um die Rundungen zu fertigen wird nun ein Bandschleifer fest auf einem Brett montiert. Der Abstand von der Brettkante bis zum Schleifer muss nun an einem Teststück schrittweise auf den richtigen Radius eingestellt werden. Der durchgesteckte Bohrer begrenzt so den Abstand perfekt und sorgt für ein optimales Ergebnis. Einmal eingestellt sind die restlichen Formteile dann kein Problem mehr.
Die Seitenteile können jetzt mit den Formteilen als Abstandshalter verschraubt werden. Unten sorgt eine Leiste für den gleichen Abstand. Wenn das getan ist, kann das Deckbrett eingepasst werden und der Grundkorpus ist fertig.
Anschließend wird die Blende für die Rückseite erstellt. Diese wird unter der Überspannung liegen, während die vordere Blende am Ende vorne aufliegt. Da bei der Rückseite die Optik keine große Rolle spielt wird sie in drei Teilen erstellt und anschließend verleimt und verschraubt.
Der nächste Schritt besteht nun darin die Rundungen zu füllen. Um hier möglichst keine Stoßkanten zu erzeugen, habe ich mich entschlossen den gesamten Korpus mit einer dünnen MDF Platte zu überspannen. Diese würde beim Biegen einfach durchbrechen, deshalb wurde sie über die Strecke der Rundung mit der Kreissäge geschlitzt. Dadurch passt sich die Platte exakt an die Form an und ergibt durch das Aufleimen eine glatte Oberfläche.
Die vordere Blende ist aus einem Stück, worauf bei der Rückseite verzichtet wurde. Der Grund dafür sind die auftretenden Fugen die bei der Lackierung immer für Schwierigkeiten sorgen. Es ist also immer sinnvoll darauf zu achten diese zu vermeiden oder andernfalls extra zu betonen. Da in diesem Fall eine komplett glatte Oberfläche gewünscht ist nehmen wir die Teilweise etwas aufwendigeren Arbeitsschritte in kauf. Da die passgenaue Herstellung der Frontblende schwierig ist, wird sie minimal größer gefertigt und dann zum Rest plangeschliffen. Anschließend wird sie mit einem speziellen Fugenfüllenden Holzkleber aufgeklebt. Das erspart das Spachteln von Bohrlöchern und sorgt für einen glatten Übergang.
Damit ist das TV Rack fertig und kann lackiert werden. Dies ist in meinen Augen immer der kniffligste Teil, weil es einem am Ende eines anstrengenden Projekts nochmal alles abverlangt. Jede kleine Ungenauigkeit wird später im Lack sichtbar und kann das Gesamtbild leicht ruinieren.
Ich finde das Ergebnis kann sich sehen lassen. Es ist vorab immer schwer abzusehen in wieweit das erste Bild, was im Kopf entsteht dann mit dem Endprodukt übereinstimmt. In diesem Fall bin ich mit dem Resultat absolut zufrieden.
Abschließend lässt sich sagen, dass es ein durchaus anspruchsvolles Projekt ist, was doch viel handwerkliches Geschick und vor allem Ausdauer erfordert. Ich denke alles in allem hat es sich gelohnt und dient vielleicht einigen als Anregung, oder hilft dir bei deinem Projekt.

 

Technische Daten:

Maße: (B) 1095mm x (T) 4000mm x (H) 550mm

Material: 18mm MDF

 

Downloads:

Bemaßung.zip

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